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Mit tollen Erinnerungen zurück


Zum Abschluss wurde es noch mal anstrengend: "Wir waren alle unheimlich müde, es hat nur geregnet und wir fuhren in offenen Cabrios. Aber irgendwie war dann doch alles sehr lustig", berichtet Sarah Hecken von ihrer olympischen Rückreise von Vancouver über die Jubelfeier in München zurück nach Mannheim. "Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen da sind", freute sie sich erst über die Zaungäste beim Autokorso und danach über die jubelnde Menge vor dem Rathaus. "Es war cool, auf den Balkon zu treten und runter zu winken", würde die 16-jährige Eiskunstläuferin vom Mannheimer ERC solch eine Erfahrung gerne noch einmal machen.
Begeistertes Publikum
Aber auch die Tage in der Olympiastadt in Kanada werden der Jüngsten im deutschen Team in Erinnerung bleiben. "Vor allem das Olympische Dorf und das Publikum. Die Zuschauer waren für uns alle da, nicht nur für die Kanadier." Im Dorf genoss sie jedes Mal das Zusammentreffen in der Mensa. "Wir haben uns immer verabredet", hatte sie einen festen Anlaufpunkt und auch die Muße, die anderen im deutschen Team und die Großen ihrer Zunft näher kennen zulernen. Doch das erlaubte sie sich erst nach ihren beiden Wettkämpfen - nachdem sie den Schock über den verpatzten dreifachen Salchow im Kurzprogramm überwunden und nach einer gelungenen Kür und Platz 18 ihr Lachen wieder gefunden hatte. "Es hat mir auch gut getan, als mir Katharina Witt gestand, dass sie mit 16 Jahren ihren ersten großen Wettbewerb ebenfalls verpatzt hat", schildert Sarah ein Gespräch mit Deutschlands erfolgreichster Eiskunstläuferin.
Bei Kanada gegen USA live dabei
Jetzt also hatte sie viel Zeit, nach dem täglichen Training mit ihrer Mutter bummeln zu gehen oder sich das Eishockey-Finale zwischen Kanada und den USA anzusehen. "So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt. Die kanadischen Zuschauer haben jeden Schussversuch auf das US-Tor wie einen Treffer bejubelt." Dass sie sich diese Sportart aussuchte, kommt nicht von ungefähr. Sarahs Vater ist Eishockey-Fan und nimmt seine Tochter oft zu den Adlern mit.
Als Krönung der Tage in Vancouver empfand sie neben dem eigenen Wettkampf, die "super" Abschlussfeier im Kreise der Athleten.
Seit gestern hat aber nun der Alltag die Elftklässlerin der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH) wieder - auch wenn gestern noch der Glanz der Spiele abfärbte. "Weil ich nicht mehr schlafen konnte, bin ich gleich wieder in die Schule gegangen und wurde in der Klasse und vom Direktor mit Plakaten und Blumen begrüßt. Außerdem hing am Rektorat ein Fernseher, auf dem die ganze Zeit über meine Kür lief", freute sie sich über den überraschenden Empfang, dem gleich wieder Training folgte. Schließlich steht in drei Wochen noch die WM in Turin an.

Sibylle Dornseiff (Quelle: morgenweb.de)

Donnerstag, 04. März 2010 13:53 Alter: 148 Tage